Sieben technische Maßnahmen zur Senkung Ihrer Heizkosten

Im letzten Beitrag haben wir gezeigt, dass es einfache Möglichkeiten für Jedermann gibt, die Heizkosten zu senken.
Natürlich gibt es auch technische Maßnahmen, die nachhaltig zu einer Senkung der Heizkosten und damit zu einer Energieersparnis führen, auch ohne den kompletten Tausch Ihrer Heizungsanlage.
Die 5 besten Maßnahmen stellen wir Ihnen hier vor.

1. Richtig dämmen

Dämmung ist eine wichtige Möglichkeit, die Heizkosten zu senken, vorausgesetzt die Arbeiten werden richtig durchgeführt. Mögliche Ansatzpunkte für die Dämmung sind

  • Heizungsrohre
  • Hinter Heizkörpern
  • Rolladenkästen
  • Fassade

Heizungsrohre verlaufen in älteren Gebäuden oft ungedämmt durch die Wohnräume oder Wände. Dadurch geht Wärmeenergie auf dem Weg zum Heizkörper verloren. Wird diese Wärme im zu beheizenden Raum abgegeben ist das noch verschmerzbar, in Räumen und Fluren, die eigentlich nicht beheizt werden sollen ist dies ärgerlich und steigert die Heizkosten unnötig.

Ihr Heizungskeller ist wärmer als der Wohnraum?

Nicht nur die Rohre in den Wohnräumen, sondern vor allem auch die Rohre im Heizungskeller sind oft ungedämmt und verschwenden damit wertvolle Energie. Die Dämmung kann vom Fachhandwerker durchgeführt werden oder bei handwerklicher Begabung auch selbst. Ratsam ist aber immer eine Beratung vom Fachmann vorab.

Gerade im Altbau besteht hinter den Heizkörpern in den sogenannten Heizkörpernischen Dämmungspotential. Oft sind die Wände dort dünner als im Rest des Raumes und teilweise bestehen minimale Undichtigkeiten in der Außenwand. Zu spüren ist das vor allem bei großen Temperaturdifferenzen zwischen Raum- und Außentemperatur. Dann ist deutlich ein Luftzug spürbar. Auch hier gibt es verschiedene Dämmungsmöglichkeiten um diese Energieverschwender zu beseitigen.

Kältebrücke Rolladenkasten

Zwar werden oft die Fenster im Altbau durch eine zeitgemäße Doppelverglasung ersetzt, die Rolladenkästen bleiben aber ungedämmt. Oft ist auch diese Dämmung mit entsprechenden Matten aus dem Fachmarkt selbst nachträglich anzubringen.

Meist nicht selbst machbar und dennoch sehr wirksam ist die Dämmung der Fassade von außen oder durch eine sogenannte Zimmerdämmung von innen. Hierbei müssen allerdings viele Faktoren beachtet werden, sodass der Gang zum Fachmann Pflicht ist. Schließlich möchte man keinen Schimmel durch falsche Dämmung riskieren!

2. Regelmäßige Wartung des Kessels

Eine regelmäßige Wartung des Wärmeerzeugers ist nicht nur ausschlaggebend für den Erhalt der Herstellergewährleistung, sondern auch für energieeffizientes Heizen.

Bei einer Wartung prüft der Fachmann den Verschleißgrad der stark beanspruchten Teile im Inneren des Kessels und tauscht diese bei Bedarf aus. Weiterhin werden Komponenten wie der Brenner wieder für einen Betrieb mit hohem Wirkungsgrad korrekt eingestellt.

Einsparpotential: bis zu 5% Energiekosten!

3. Richtig abdichten

Neben den unter 1. genannten Dämmungsmöglichkeiten sollte auch die Dichtigkeit von Fenstern und Türen betrachtet und bei Bedarf nachgebessert werden.

Eine Kerze, die auf dem Fensterbrett stark flackert oder sogar ausgepustet wird deutet klar auf eine Undichtigkeit der Gummidichtungen hin. Oft ist ein Luftzug auch mit der Hand deutlich spürbar.

Je nach Fenster- oder Türart können selbstklebende Gummis oder Schaumstoff beziehungsweise Dichtungsbürsten zur Anbringung unter der Tür für einen Zugstop und damit das unkontrollierte Austreten von Wärme sorgen.

4. Absenkung richtig konfigurieren

Ihre Heizung wärmt die Räume gleich hoch egal ob jemand zu Hause ist oder nicht? Nachts ist es gleich warm wie tagsüber? Im Urlaub läuft Ihre Anlage mit voller Leistung durch?

Wenn Sie mindestens eine dieser Fragen mit „Ja“ beantworten, sollten Sie Ihre Absenkungszeiträume korrekt einstellen lassen.

Dabei kann Ihnen der Heizungsbauer Ihres Vertrauens behilflich sein. Alternativ und mit einer Investition verbunden ist die Möglichkeit eine smarte Heizungssteuerung mit Anwesenheitserkennung und leicht konfigurierbaren Absenkprogrammen einzubauen.

Mit diesen Maßnahmen verlieren Sie keinen Komfort und sparen bares Geld, da nur geheizt wird, wenn Sie es auch wirklich brauchen.

5. Heizungswasser aufbereiten

Ablagerungen und Schlamm im Heizungssystem führen zu Mehrverbrauch durch schlechtere Wärmeübertragung. Außerdem kann es zum Garantieverlust von Pumpen und Heizkessel bei Abweichung des Wassers von VDI 2035 kommen.

Gerade bei älteren Heizungssystemen lagert sich sogenannter Magnetschlamm in den Leitungen und Heizkörpern ab. Ein Ablassen und neu Befüllen der Anlage löst die Verschmutzung nur bedingt, da der Schlamm oft in den Heizkörpern festsitzt und nur langsam abgegeben wird.

Bei einer Heizungswasserreinigung im Umlaufverfahren kommt ein Gerät mit eigener Pumpe und einer Reinigungskammer inklusive Feinfilter für Schwebstoffe und starkem Magnet für den magnetischen Anteil im Heizungswasser zum Einsatz.

Im Extremfall sieht ein Filter nach ein- bis zweiwöchigem Reinigungseinsatz an einer stark verschlammten Heizungsanlage so aus

6. Heizkreispumpe tauschen

Einer der größten Energiefresser sind veraltete Pumpen. In 80% der deutschen Haushalte sind die Heizungspumpen überdimensioniert. Damit sind Leistung und Energieverbrauch über dem Wert, der eigentlich benötigt wird! Eine neue Hocheffizienzpumpe spart bis zu 80% Stromkosten im Vergleich zur alten Pumpe.

7. Hydraulischen Abgleich durchführen

Ein unabgeglichenes System verbraucht unnötige Energie und verhindert Wohnkomfort durch ungleichmäßige Wärmeverteilung.

Kurz gesagt wird beim Hydraulischen Abgleich dafür gesorgt, dass

  • die Wärme gleichmäßig im ganzen Haus verteilt wird und
  • die Heizkurve und Pumpenleistung optimal für das System konfiguriert sind

Das führt zu einer Komfortsteigerung sowie zu einer Energieersparnis bis zu 30%.

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